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Nach dem Regen
Eingetragen von: Hans Dockter
Datum: 27.09.2006 10.08

Ich war ziemlich beeindruckt von der Vorstellung. Ehrlich gesagt auch überrascht. Insbesondere der erste Teil hat mir sehr gut gefallen. Tanztheater wie ich es mir vorstelle. Ich fand es atmosphärisch sehr dicht mit viel Tiefe drinnen. Danach wurde es tendenziell etwas gefälliger, leichter und bewegte sich mehr an der Oberfläche. Nichtsdestotrotz sehr gut gemacht. Diese Wendung hat mich anfangs überrascht. Dann dachte ich mir, dass ihr wahrscheinlich dem Publikum entgegen kommen wolltet.

Ich freue mich schon auf euer nächstes Projekt.

Viele Grüße

Hans

  
"Nach dem Regen" in Lenzen
Eingetragen von: Christiane Hinz
Datum: 31.07.2006 12.51

Ein Sommerabend im Juni, im naturbelassenen Park der Burg Lenzen in der Elbtalaue der Prignitz eine ideale Kulisse für ein Theaterstück zum Thema WASSER. Ich konnte mich ganz meiner Phantasie hingeben, angeregt durch bestechend schlichte aber ausdrucksstarke Bühnenbilder, durch die Bewegungen der Tanzenden in ihrer Ausdrucksvielfalt, angeregt durch Musik und Gesang. Die hohe Konzentration der Tänzerinnen löste sich für den Zuschauer in wunderbare Selbstvergessenheit auf. Achtzig Minuten wurde man davon getragen, selbst zwei kleine Zuschauer von sechs und sieben Jahren hielten gebannt durch - ein gelungener Theaterabend.
Christiane Hinz, Lehrerin (Braunfels/ Hessen)

  
Die Musik des Lebens
Eingetragen von: Claudia Grünwald
E-Mail: claudicrazy@gmx.de
Datum: 31.07.2006 00.53

Und wieder einmal, als eben der Fluss in der Regenzeit geschwollen war und mächtig rauschte, da sagte Siddharta:
>> nicht wahr, o Freund, der Fluss hat so viele Stimmen, sehr viele Stimmen?
Hat er nicht die Stimme eines Königs und eines Kriegers, und eines Stieres und eines Nachtvogels und einer Gebärenden, und eines Seufzenden, und noch tausend andere Stimmen?<<
>> Es ist so<< nickte Vasudeva, >> alle Stimmen der Geschöpfe sind in seiner Stimme.<<
>>und weißt du<<, fuhr Siddharta fort, >>welches Wort er spricht, wenn es dir gelingt, alle zehntausend Stimmen zugleich zu hören?<<
Glücklich lachte Vasudevas Gesicht, er neigte sich gegen Siddharta und sprach ihm das heilige Om ins Ohr. Und eben dies war es was auch Siddharta gehört hatte. Und von Mal zu Mal ward sein Lächeln dem des Fährmanns ähnlicher, ward beinahe eben so strahlend, beinahe ebenso von Glück durchglänzt, ebenso aus tausend kleinen Falten leuchtend, ebenso kindlich, ebenso greisenhaft….
…Zum Ziele strebte der Fluß, Siddharta sah ihn eilen, den Fluß, der aus ihm und den Seinen und allen Menschen bestand die er je gesehen hatte, alle die Wellen und Wasser eilten, leidend, Zielen zu, vielen Zielen, dem Wasserfall, dem See, der Stromschnelle, dem Meere und alle Ziele wurden erreicht, und jedem folgte ein neues, und aus dem Wasser ward Dampf und stieg in den Himmel, ward Regen und stürzte aus dem Himmel herab, ward Quelle, ward Bach, ward Fluss, strebte aufs neue, floss aufs neue. Aber die sehnliche Stimme hatte sich verändert. Noch tönte sie, leidvoll, suchend, aber andere Stimme gesellten sich zu ihr, Stimmen der Freude und des Leides, gute und böse Stimmen, lachende und trauernde, hundert Stimmen, tausend Stimmen.
Siddharta lauschte. Er war nun ganz Lauschender, ganz ins zuhören vertieft, ganz leer, ganz einsaugend, er fühlte, das er nun das lauschen zu ende gelernt habe. Oft schon hatte er all dies gehört, diese vielen Stimmen im Fluss, heute klang es neu. Schon konnte er die vielen Stimmen nicht mehr unterscheiden, nicht frohe von weinenden, nicht kindliche von männlichen, sie gehörten alle zusammen, Klage der Sehnsucht und lachen des Wissenden, Schrei des Zornes und Stöhnen des Sterbenden, alles war eins, alles war ineinander verwoben und verknüpft, tausendfach verschlungen. Und alle zusammen, alle Stimmen, alle Ziele, alles Sehnen, alle Leiden, alle Lust, alles Gute und Böse, alles zusammen war die Welt. Alles zusammen war der Fluss des Geschehens, war die Musik des Lebens. Und wenn Siddharta aufmerksam diesem Fluss, diesem tausendstimmigen Liede lauschte, wenn er nicht auf das Leid noch auf das Lachen hörte, wenn er seine Seele nicht an irgendeine Stimme band und mit seinem ich in sie einging, sondern alle hörte, das Ganze, die Einheit vernahm, dann bestand das Lied der großen Stimmen aus einem einzigen Wort, das hieß Om: die Vollendung…"Hermann Hesse"

So vernehme auch ich das Ganze, die Menschen, die ich mit Mascoto verbinde als ein schönes Glück, eine Bereicherung. Ich möchte gern mit ihnen noch ein Stück des Weges fließen.
Hat uns doch letzten Endes das Wasser zusammengeführt, an ein gemeinsames Ziel gebracht, aus dem nun neue Ziele reifen und das nur, weil wir ein Ganzes sind. Bereit etwas zu teilen, zu vereinen zu schenken.
Auch Tränen sind ein Geschenk tiefer Verbundenheit.
Wir Menschen sollten des Öfteren eine Träne des Glückes und tiefer Verbundenheit schenken und uns ans Leben erinnern.
Ich Danke euch Mascoto!
Habt Dank für die Tränen, Dank für eine Umarmung, Dank für ein Lächeln… es ist schön im Ganzen zu schwimmen.


  
Noch nie so gesehen
Eingetragen von: Detlef Neuhaus
Datum: 30.07.2006 15.09

Wenn man den Titel "Après la pluie - Nach dem Regen " liest, kann man sich noch nicht vorstellen, welche Flut an tollen Bildern auf einen zukommt. Gleich am Anfang des Stücks tritt ein geschlossenes Ensemble auf und man spürt als Zuschauer die Kraft, die von der Bühne kommt. Die Einzelleistungen der Darstellerinnen in Szenen wie "Waschfaruen", "Aquarium" oder einfach das Bestellen eines Glases mit Wasser sind präzise gespielt. Ich bewundere die Kraft, die diese Frauen zum Teil neben Beruf und Familie aufbringen, um etwas für sich und die Zuschauer zu bewegen. Bühnenbild und Musik unterstreichen das Geschehen sehr harmonisch. Sicherlich bedurfte es ungeheuer viel Geduld,
Einfühlungsvermögen und Professionalität, so etwas auf die Beine zu stellen. Großen Dank an die Regie. WASSER als Grundvoraussetzung für unser Leben, so habe ich es noch nicht gesehen.
Phantastisch! Detlef Neuhaus, Schauspieler "Die Stachelschweine"

  
 
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