Und wieder einmal, als eben der Fluss in der Regenzeit geschwollen war und mächtig rauschte, da sagte Siddharta:
>> nicht wahr, o Freund, der Fluss hat so viele Stimmen, sehr viele Stimmen?
Hat er nicht die Stimme eines Königs und eines Kriegers, und eines Stieres und eines Nachtvogels und einer Gebärenden, und eines Seufzenden, und noch tausend andere Stimmen?<<
>> Es ist so<< nickte Vasudeva, >> alle Stimmen der Geschöpfe sind in seiner Stimme.<<
>>und weißt du<<, fuhr Siddharta fort, >>welches Wort er spricht, wenn es dir gelingt, alle zehntausend Stimmen zugleich zu hören?<<
Glücklich lachte Vasudevas Gesicht, er neigte sich gegen Siddharta und sprach ihm das heilige Om ins Ohr. Und eben dies war es was auch Siddharta gehört hatte. Und von Mal zu Mal ward sein Lächeln dem des Fährmanns ähnlicher, ward beinahe eben so strahlend, beinahe ebenso von Glück durchglänzt, ebenso aus tausend kleinen Falten leuchtend, ebenso kindlich, ebenso greisenhaft
.
Zum Ziele strebte der Fluß, Siddharta sah ihn eilen, den Fluß, der aus ihm und den Seinen und allen Menschen bestand die er je gesehen hatte, alle die Wellen und Wasser eilten, leidend, Zielen zu, vielen Zielen, dem Wasserfall, dem See, der Stromschnelle, dem Meere und alle Ziele wurden erreicht, und jedem folgte ein neues, und aus dem Wasser ward Dampf und stieg in den Himmel, ward Regen und stürzte aus dem Himmel herab, ward Quelle, ward Bach, ward Fluss, strebte aufs neue, floss aufs neue. Aber die sehnliche Stimme hatte sich verändert. Noch tönte sie, leidvoll, suchend, aber andere Stimme gesellten sich zu ihr, Stimmen der Freude und des Leides, gute und böse Stimmen, lachende und trauernde, hundert Stimmen, tausend Stimmen.
Siddharta lauschte. Er war nun ganz Lauschender, ganz ins zuhören vertieft, ganz leer, ganz einsaugend, er fühlte, das er nun das lauschen zu ende gelernt habe. Oft schon hatte er all dies gehört, diese vielen Stimmen im Fluss, heute klang es neu. Schon konnte er die vielen Stimmen nicht mehr unterscheiden, nicht frohe von weinenden, nicht kindliche von männlichen, sie gehörten alle zusammen, Klage der Sehnsucht und lachen des Wissenden, Schrei des Zornes und Stöhnen des Sterbenden, alles war eins, alles war ineinander verwoben und verknüpft, tausendfach verschlungen. Und alle zusammen, alle Stimmen, alle Ziele, alles Sehnen, alle Leiden, alle Lust, alles Gute und Böse, alles zusammen war die Welt. Alles zusammen war der Fluss des Geschehens, war die Musik des Lebens. Und wenn Siddharta aufmerksam diesem Fluss, diesem tausendstimmigen Liede lauschte, wenn er nicht auf das Leid noch auf das Lachen hörte, wenn er seine Seele nicht an irgendeine Stimme band und mit seinem ich in sie einging, sondern alle hörte, das Ganze, die Einheit vernahm, dann bestand das Lied der großen Stimmen aus einem einzigen Wort, das hieß Om: die Vollendung
"Hermann Hesse"
So vernehme auch ich das Ganze, die Menschen, die ich mit Mascoto verbinde als ein schönes Glück, eine Bereicherung. Ich möchte gern mit ihnen noch ein Stück des Weges fließen.
Hat uns doch letzten Endes das Wasser zusammengeführt, an ein gemeinsames Ziel gebracht, aus dem nun neue Ziele reifen und das nur, weil wir ein Ganzes sind. Bereit etwas zu teilen, zu vereinen zu schenken.
Auch Tränen sind ein Geschenk tiefer Verbundenheit.
Wir Menschen sollten des Öfteren eine Träne des Glückes und tiefer Verbundenheit schenken und uns ans Leben erinnern.
Ich Danke euch Mascoto!
Habt Dank für die Tränen, Dank für eine Umarmung, Dank für ein Lächeln
es ist schön im Ganzen zu schwimmen.
|